Montag, 22. Dezember 2008

FELIZ NATAL

Ein geruhsames und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben und einen guten Rutsch ins neue Jahr wuenschen Euch Cindy und Holger.


Wir glauben zwar, dass der heilige Klaus hier im Sueden nur ne Badehose und nen gestutzten Bart traegt, aber das nennt man wohl kuenstlerische Freiheit!

Wir werden unser Weihnachtsfest hier in internationaler (Israel, GB, Kanada und natuerlich auch Brasilien) Runde feiern, aber in Gedanken bei euch sein und den Geruch eures Weihnachtsschmauses in der Nase haben (also nicht mit den Zutaten sparen...).

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Arraial d`Ajuda

Seit 1,5 Wochen sind wir in dem kleinen Ort Arrail d´Ajuda und es wird mal wieder Zeit, was von uns hoeren zu lassen.
Auf Morro de São Paulo haben wir den Entschluss gefasst, uns ein wenig eher als geplant, auf Reisen zu begeben und die Riesenstadt Salvador in den Sueden hinaus zu verlassen. Knappe 12 Nachtstunden im (Schlaf-) Bus und wir kamen im veregneten Porto Seguro an. Von dort war Arrail d´Ajuda nur noch je ein paar Taxi-, Faehr- und Busminuten entfernt. Wir suchten uns eine schoene Unterkunft, wobei wir im Gespraech mit den Einheimischen herrausfanden, dass es hier schon seit fast 3 Wochen regnete und so schnell auch nicht aufhoeren sollte. Dementsprechend leer war der Ort, denn die meisten Reisenden hatte es laengst weiter gezogen. Wir, die aber den Sonnentank noch voll hatten, machten uns nicht viel daraus und begaben uns, zusammen mit einem daenischen Paerchen, am naechsten Tag 14 km entlang am Strand zu einem ebenfalls kleinen Ort mit dem Namen Trancoso. Dort gab es auch wirklich nicht viel, aber das machte den Ort gerade attraktiv fuer viele Auswanderer.
den meisten Weg war es aber weniger steinig

Wir hatten gleich am 1. Abend die heimische Capoeira-Gruppe besucht, denn diese war einer der Hauptgruende, weshalb es uns nach Arraial gezogen hatte. Wir kannten den Mestre bereits vom Workshop in Belo Horizonte und damals hatte uns ein Schueler von ihm seine Adresse gegeben und gemeint, wir sollten mal vorbei schauen. Das Training war total gut und ging fast 3 Stunden. Daher fasste wir den Entschluss, wenigstens bis Weihnachten hier zu bleiben.

Academie Sul da Bahia

Hier trainieren auch sehr viele Auslaender aus England, Israel, Canada, etc. (die Flaggen sieht man auf der Hauswand).

eine Gruppe Gringos beim Musiktraining

Mit ihnen, aber auch den Einheimischen verbringen wir die Strandtage oder Abende nach dem Training bei einer Saftbude oder in einer Bar bei Forro-Musik.

Blick nach links von unserer Pousada

Nicht ganz so nah, wie gewohnt, befindet sich das Meer mit vielen sehr beliebten Straenden. Das ist auch der Grund, weshalb hier ab Weihnachten die Hoelle los sein soll, denn dann zieht es die Brasilianer zur Erholung in diese kleinen Oertchen und aus ist es mit der Idylle. Solche ruhigen Minuten am Strand werden dann nicht mehr moeglich sein, aber trotzdem wuerden wir gern laenger bleiben und uns das Schauspiel ansehen.

die Ruhe vor dem Sturm

Freitag, 28. November 2008

Morro de São Paulo

Lange haben wir nichts von uns hoeren lassen, dass wollen wir nun nachholen. Wir befinden uns gerade auf der Insel Tinharé, die sich 1,5 Schiffstunden bzw. 4 Stunden mit Faehre und Bus von Salvador entfernt befindet (letzters war unserer Weg, weil guenstiger). Urspruenglich wollten wir ein verlangertes Wochenende hier mit Freunden aus Berlin verbringen, es gefiel uns aber so gut und wir hatten eine so lustige Zeit mit den fuenf anderen, dass wir regelmaessig unseren Aufenthalt verlaengerten, bis nun schon drei Wochen daraus geworden sind. Morgen ist aber Schluss damit, da geht es zurueck nach Salvador.
Damit ihr eine Vorstellung habt, mit dem wir die Zeit verbracht haben, hier zwei Bilder der fuenf Berliner:

Ana Carolina, Lana und Henry

Benny und Janine

Das besondere an der Insel ist der Oekotourismus, d.h. es gibt hier keine Autos, maximal Traktoren dienen der Belieferung der Gastwirtschaften. Meist sieht man aber Kutschen, gezogen von Pferden oder Maultieren, die die Straende abfahren. Dementsprechend ist hier auch alles ein wenig teurer, als auf dem Festland, aber man goennt sich ja sonst nichts.

Der Ort, in dem wir wohnen, heisst Morro de São Paulo und ist der beliebteste der Insel. Da aber noch Nebensaison ist, haelt sich der Massentourismus in Grenzen. Der aufmerksame Leser unseres Blogs erkennt den Namen vielleicht wieder, denn waren einmal schon fast auf dem Weg hierher (siehe Eintrag Itacaré).
Wenn man am Hafen ankommt, betritt man die Insel durch einen huebschen Torbogen und man befindet sich schon direkt in Morro, bestehend aus Pousadas, Restaurants, Souvenirshops und Straenden.

Portal de Morro de São Paulo

Mindestens vier zu Fuss erreichbare Straende reihen sich aneinander, wovon der zweite der am meisten bevoelkerte ist. Dort gibt es jeden Abend Lifemusik, Saftbars werden aufgebaut und es herrscht viel Treiben bei den Restaurants.

2a Praia

Die Straende sind der Einfachheit halber mit Nummern bezeichnet, zunaechst haben wir am ersten gewohnt, sind dann aber an den dritten Strand gezogen, in ein Hostel, welches sonst meist von Israelis bewohnt wird. Von Holger wird es auch gern als das `am besten bewachte Hostel` der Insel bezeichnet.

1a Praia bei Flut

Gestern haben wir unseren laengsten Fussmarsch der letzten drei Wochen gemacht und sind am Strand entlang zunaechst zu einem pinken Strand, wo ein rosa Kalksandgemisch die Waende herunterfliesst, mit welchem man sich einreiben kann (Bilder sind leider nicht zur Veroeffentlichung geeigent). Anschliessend ging es an einem wunderschoenen weissen Strand zum naechsten Ort Gamboa, wo aber nicht viel los war.

Pink Beach mit rosa Kalkstein

Den Rest der Zeit haben wir damit verbracht, in der Haengematte oder am Strand rumzuhaengen, Ana Carolina bei Laune zu halten, die baianische Kueche zu geniessen und ab und zu ein wenig Sport am Strand zu machen (Ballspiele, Capoeira oder Joggen).

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Unser Tag

Zu einem wichtigen Bestandteil unseres Aufenthaltes gehoert die Capoeira. Trainieren koennen wir Montag bis Freitag 19.30-21:00, sowie drei Mal die Woche am Morgen von 9:00‑10:30 in einem kleinen Raum, Senzala (auf deutsch Sklavenhuette) genannt. Waehrend wir am Vormittag den Platz der Senzala meist nur zu sechst teilen, ist sie am abend mit 15 bis 25 Trainierenden dicht gefuellt. Viele der ortsansaessigen Capoeiristas trainieren seit dem Kindesalter und bewegen sich in Geschwindigkeiten, die teilweise mit dem Auge kaum zu erfassen sind. Da will man sich aus den Rodas eigentlich lieber raushalten, aber das gestattet hier natuerlich niemand, wobei bei uns bisher immer viel Ruecksicht genommen wurde.

Hier ein Gruppenbild, wir sind aber haeufig mehr Leute

Am Abend haben wir manchmal die Moeglichkeit des Musiktrainings, was wir natuerlich nutzen wollen und uns dazu gleich in der ersten Woche eine Berimbau selbst gebaut haben, unter Anleitung einer der Trainer. Fuer Leser des Blogs, die sich mit der Capoeira nicht so auskennen, die Berimbau ist ein Seiteninstrument, welche, so einfach sie aussieht, einiger Uebung bedarf, sie zu spielen. Mit Hilfe eines Steines oder einer Muenze und eines Stoeckchens werden drei verschiedene Toene erzeugt, die eine Vielfalt von Takten ergeben koennen.


Berimbauherstellung zusammen mit Barbicha


Bateria Regional:1 Berimbau und 2 Pandeiros

Zwischen den Einheiten bleibt dann ein wenig Zeit fuer den Haushalt, wie Waesche waschen, was eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, da der Luxus einer Waschmaschine nicht vorhanden ist, frische Lebensmittel einkaufen und kochen. Und natuerlich auch relaxen am Strand oder auf dem Balkon, um Energie zu tanken.

Gleich in der ersten Woche haben wir auch mit Englischunterricht fuer einen der Schueler der Academia angefangen, spaeter kam noch eine Schuelerin dazu, die aber Deutsch lernen will.


Cindy und Suzanna beim Deutschunterricht

Vor ein paar Wochen haben wir dann auch das erste Mal Englischunterricht mit den Kids der Capoeira-Gruppe gehabt, was sehr lustig war und wo wir sicher noch viel Kreativitaet walten lassen muessen, um die Kleinen am Ball zu halten.


Englischunterricht im Chaos

Kaum hatten wir die Kamera rausgeholt, waren die Kinder nicht mehr am Platz zu halten, schwerer Fehler, das machen wir nie wieder... .

Am Wochenende war die Batizado/ Troca de Corda der Kinder, d.h. Guertelvergabe war angesagt. 115 Kinder sind dazu angetreten und Holger, als ´alter Schueler´hier, durfte erstmals dazu Kiddis durch die Luft werfen...nein, nein, er war ganz lieb, wie man auf dem Foto sieht.

Samstag, 18. Oktober 2008

Visaverlaengerung

Ob ihr es glaubt oder nicht, wir sind schon seit 11 Wochen unterwegs! Fuer uns stand deswegen die Verlaengerung unserer Visa auf dem Tagesplan. Kurzerhand haben wir alles eingepackt was noetig war:

Reisepaesse, Kontoauszuege, Bestechungsgeld, ...

und sind zur nahe gelegenen Policia Fedral (PF) gefahren, die fuer diese Anliegen zustaendig ist. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass die Muehlen der Buerokratie ueberall gleich mahlen.

Uns wurde gesagt, dass wir zum (1,5 h entfernten) Flughafen muessen, da nur diese PF-Niederlassung sich der Visaverlaengerung annimmt. Welcher Bus dorthin faehrt, erfragen wir am besten an einer grossen Bushaltestelle am Mercado Modelo. Nachdem uns die Busfahrer von 6 Gesellschaften zur jeweils anderen geschickt hatten, fanden wir gluecklicherweise die Richtige!

Am Flughafen angekommen, fanden wir die Station der PF und waren uebergluecklich dort ein Nuemmerchen ziehen zu koennen. Nach langem Erklaeren, das wir Reisen, eine Tatsache, der hier immer mit grossen fragenden Augen und einer gehoerigen Portion Skepsis entgegnet wird, wurden wir hingewiesen, dass es im Internet ein Formular gibt, was dort ausgefuellt, ausgedruckt und mit dem zur Bank gegangen werden muss, um dort das Geld fuer das Visum einzuzahlen. Zu diesem Zeitpunkt war es 15.30 Uhr, die Policia Federal schliesst 16.00 Uhr! NNNNEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNN, wir sind jetzt nicht den langen Weg hierher gefahren, um morgen wieder zu kommen.

Gluecklicherweise wussten wir, dass es einen Internet-Point im Flughafen gibt.

Flotten (Havaianas-) Schrittes sind wir dorthin, alles ausgefuellt und ausgedruckt (und dafuer auch den Flughafenpreis bezahlt) und ab zur Bank! ESTAMOS EM GREVE hiess es als wir vor der Bank standen. Fuer die, die des portugiesischen nicht maechtig sind: WIR SIND IM STREIK!!!

Sch...
...
...lauerweise erinnerten wir uns, dass es auch moeglich ist, bei der Post Geld einzuzahlen. Also dorthin geflitzt!
15.40 und nur 2 Personen vor uns, das sollte doch zu machen sein!

15.55 immernoch 2 Personen vor uns!

Was war geschehen: Eine eifrige und sehr korrekte Postfrau machte die Versandpapiere eines Paeckchens fertig, dauert eigentlich nicht so lange, denkt man. Briefmarke, Adresse, Stempel fertig! Aber in Ihrem Anfall von postalischer Korrektnis betrachtete Sie Ihr Kunstwerk mehrfach von allen Seiten, riss den Adressaufkleber ab um ihn um 0,5 cm zu verschieben, betrachtete Ihr Kunstwerk abermals und stempelte es genuegsam und in bahaianischer Gelassenheit ab.

15.57 Ich war dran, Cindy war schon in der PF-Station, um die Herren zu bezirzen, damit die Tuer nicht geschlossen wurde, bevor ich wieder zurueck war.

16.02 bin ich in der besten je gelaufenen Zeit von der Post des Flughafens zur Policia Federal gespintet und hab den Einzahlungsbeleg vorgelegt.
Noch ein Formular (natuerlich mit den selben Angaben wie zuvor im Netz) ausgefuellt, wie sollte es anders sein und dann noch Minuten auf die Beamte gewartet, die uns den Reisepass mit dem erloesenden neuen Stempel brachte.
GESCHAFFT!!!!! Wir duerfen bis zum 26. Januar in Brasilien bleiben. HURRA!!!

Sonntag, 5. Oktober 2008

Itacaré

Neun Stunden Busfahrt von Salvador befindet sich das nette Oertchen Itacaré, wo wir vor kurzem sechs Tage verbracht haben. Mit von der Partie war Marco, ein Capoeirafreund aus Berlin, der gerade drei Wochen Urlaub in Brasilien machte. Marco, Surffan durch und durch, hatte uns den Ort vorgeschlagen und Holger war natuerlich sofort begeistert, endlich auch mal wieder richtig surfen zu koennen. Mich ueberzeugte die Vorstellung, mal wieder ein paar Tage am Strand abzuchillen.

Marco am Busbahnhof

Itacaré ist ein purer, aber attraktiver Touristenort und waechst gerade immer mehr und mehr an. Restaurants, Souvenir- und Surfshops reihen sich zusammen mit Pousadas (Art Hostel) Haeuschen an Haeuschen aneinander. Eigentlich gibt es nur eine Haupstrasse, wobei jetzt nicht die Vorstellung einer vielbefahreren Verkehrsstrasse aufkommen soll, sie gleicht eher einer Fussgaengerzone. Diese sind wir taeglich auch mehrfach abgelaufen und kannten bald jeden Shop mit seinen Artikeln auswendig.

Hauptstrasse von Itacaré


Im Umkreis von wenigen Kilometern befinden sich vielzaehligeStraende, alle umsaeumt von einem Palmenwald und aneinandergereiht, wie eine Perlenkette. Neun der Straende haben wir besucht, aber ein Blick auf die Karte zeigte, dass das noch nicht alle waren. Der Stadtstrand “Praia de Concha” war wahrscheinlich der am meisten besuchte, um so weiter man sich vom Ort entfernte, um so weniger Menschen traf man am Strand oder auf dem Weg dahin.

Praja de Concha

Ein sehr schoener Weg fuehrte zum “Prainha”-Strand, mitten durch den Urwald und ueber kleine Fluesschen.

Weg nach Prainha

Und da wir bisher noch gar kein Bild der hier vielgesehenen, relativ zutraulichen Macacinhos (Kleinaffen) reingestellt haben, hier ein Bild von ihnen beim Futter holen. Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr, dass eine der Aeffchen ein Junges auf dem Ruecken traegt. Ausgewachsen sind kaum groesser als eine Unterarmlaenge, ihr koennt euch also vorstellen, wie winzig die Kleinen sind.

Macacinho-Fuetterung

Als paradisisch werden die Straende “Itacarezinho, Havaizinho und Engenhoca” bezeichnet und das sind sie wahrhaftig. Nahezu menschenleer, nur der erstgenannte Strand ist bewirtschaftet. Wir sind nach und nach von einem zum naechsten Strand gelaufen und waren von der Natur und dem Ausblick ueberwaeltigt. Man kann nur hoffen, dass die Menschenhand hier nicht weiter eingreifen wird und dieses kleine Paradies erhalten bleibt.

Itacarezinho-Strand

Itacarezinho-Hinterland

Weg durch den Dschungel

Da “Engenhoca” auch ein sehr guter Surfspot ist, waren die Bretter den ganzen Weg lang mit dabei.

Surfboard on Board

Ansonsten sah der Tagesablauf im Allgemeinen so aus, dass die Jungs um 7:00 in der Frueh aufgestanden und aufs Wasser gegangen sind (Holger hatte sich dafuer ein Board ausgeliehen). Danach haben wir einen weiteren Strand zum Rumliegen und Entspannen ausgesucht und dann ging es am Nachmittag nochmal auf die Wellen. Abends sind wir dann durch die Shops gegangen und dann entweder gleich ins Bett gefallen oder noch mit ein paar neuen Bekanntschaften was trinken gegangen.

Bar Favela

Zwei Mal haben wir es auch zum Capoeira geschafft, was aber nicht an unserer Faulheit lag, sondern daran, dass an einem Tag ein Feiertag war, wo der Abendunterricht ausfiel. Den Tag darauf fiel die Abendstunde aus, weil alle noch ihren Rausch ausschliefen und am naechsten Abend hatte die Gruppe mit dem Namen “Filhos de Zumbi” einen Auftritt in einer Bar, was leider keinen Unterrricht fuer uns bedeutete. Unter den Umstaenden ist zwei Mal doch ein guter Schnitt. Das Training war die Ausdauer betreffend relativ anstrengend, aber mit einem guten Basistraining verknuepft. Die Academie, die bisher die groesste war, die wir hier in Brasilien gesehen haben, liess dies auch zu.

Capoeirastunde bei Filhos de Zumbi

Wir koennten hier das Kapitel Itacaré abschliessen, auch wenn es natuerlich weitaus mehr zu berichten gibt, eine kleine Anekdote wollen wir euch dennoch nicht vorenthalten. Entschuldigt bitte das nicht vorhandene Bildmaterial dazu.
Fuer den Rueckweg hatten wir eine andere Art der Reise ausgewaehlt, ein Minibus sollte uns nach Itaparica bringen und von dort fuhr eine Faehre zum Hafen von Salvador. Ist mal was anderes und ist obendrein noch kuerzer, dachten wir uns. Mitternacht ging es los in Itacaré, wir hatten jeder eine Sitzreihe fuer uns, wo wir uns langmachen konnten und trotz des Rumgeruckel sogar recht gut schliefen. Um 4:00 mussten wir schon raus, ein bisschen verwundert, weil die Faehre erst gegen 6:00 fahren sollte. Als wir dann so langsam wach wurden und Marco ein paar verwirrende Gespraeche mit der Reisebegleiterin fuehrte, wurde uns langsam bewusst, dass wir uns gerade auf dem Weg nach “Morro de Sao Paulo” befanden, einer huebschen Insel, wo wir bisher noch nicht waren, gern auch noch hin wollen, nur nicht gerade jetzt. Einige Telefonate der Reisebegleiterin und die abschliessende Frage ihrerseits “Ihr wollt wirklich nach Salvador?” ergaben dann, dass uns ein Auto zu einem weiteren Minibus brachte, welcher im Gegensatz zum ersten bereits rappelvoll war (der Kassierer musste am Ende stehen) und dieser Bus dann nochmal ueber eine Stunde nach Itaparica fuhr, wo wir tatsaechlich puenktlich um 6:00 am Morgen die Faehre nach Salvador nahmen. Ende gut alles gut, wenn auch anders als geplant.

Donnerstag, 25. September 2008

Ein Rundgang durch das Viertel Bonfim

Hatten wir schon erwaehnt, dass es sich bei diesem Teil von Salvador um eine Halbinsel handelt? Demzufolge ist von fast ueberall das Meer zu erblicken, mal mehr, mal ein weniger, denn Gezeiten gibt es hier auch. Wie die Nordsee bei Ebbe sieht es dennoch nie aus.

Wenn man als Tourist hier ankommt, dann hauptsaechlich wegen der Kirche “Igreja de Bonfim”, die eine huebsche Architektur im Barockstil zeigt und auf einer Erhoehung steht, so dass man von dort auch gleich mal einen schoenen Ausblick auf Salvador hat.

Igreja de Bonfim

Ausblick

Eine weitere Attraktion die der Reisefuehrer empfielt, ist die Festung “Mont Serrat”, auf die man aber auch unweigerlich stoesst, da sie direkt am Strand “Boa Viagem” liegt. Von diesem aus kann man entlang des Kuestenstreifens bis zu den Hochhaeusern von Barra sehen. Trotz einiger Grossfrachter, die sich mehr oder weniger staendig in der Bucht aufhalten, macht die Wasserqualitaet einen erstaunlich guten Eindruck.

Festung

Strand

Entlang der Festung gibt es einige Sportplaetze und dann ist man schon beim Leuchtturm, auf dessen Platz sich noch eine weitere Kirche befindet.

Kirche neben Leuchturm

Blick Richtung Festung

Zurueck durch das Wohnviertel neben der Festung ist unserer Rundgang beendet.

Wohngegend neben der Festung

Mittwoch, 17. September 2008

Willkommen im “un”wirklichen Salvador

Seit ca. 1,5 Wochen befinden wir uns wieder in Salvador und haben unsere Unterkunft fuer die vorraussichtlich naechsten 4 Monate bezogen. Es handelt sich dabei um ein Haus von Mestre Saguin, der in Muenchen lebt und trainiert. Die erste Woche haben wir uns das Haus mit einem muenchener Paarchen geteilt und nun wohnen wir zu dritt mit dem sehr lustigen Amerikaner Dave darin. Das ist mehr Luxus als wir uns je ertraeumt hatten, zwei Etagen fast fuer uns allein, mit zwei Baedern, zwei Sitzecken und das Beste, einem Balkon, der einen schoenen Blick Richtung Meer ueber die Baia do Todos os Santos erlaubt. Die Dachterasse befindet sich noch im Bau, da das Haus noch sehr neu ist, sonst waere der Traum perfekt… .


Unser Mitbewohner Dave


Das Haus befindet sich im Stadteil Bonfim von Salvador. Dies bedeutet brasilianische Ruhe abseits des Tourismus. Zum ehrwuerdigen und von Touristen und Bettlern ueberschwemmten Weltkulturerbe Salavadors, dem Pelourinho sind es, je nach Verkehrslage, 15-30 Minuten mit dem Bus, der direkt vor der Tuer haelt.
Der Strand, der in 10 Minuten zu Fuss zu erreichen ist, laesst abgesehen von einigen grossen Schiffen und Massen an Menschen, die es besonders sonntags an den Strand treibt, keine Wuensche offen. Einkaufsmoeglichkeiten beduerfen 10-20 minuetiger “Spaziergaenge”, bei denen wir regelmaessig Mitgliedern der Capoeiragruppe begegnen, die teils auf der Strasse tanzen und singen oder einfach nur mit ihren Familien unterwegs sind. Eine schoen gekuehlte Kokosnuss zum Trinken gibt es allerdings gleich bei den kleinen Buden neben unserer Unterkunft. Nebenan befindet sich auch ein Internetcafe, wo wir taeglich nach Nachrichten aus dem fernen Deutschland schauen. Die Capoeiraschule (Academia de Mestre Zambi), in der wir hier trainieren, ist auch nur 5 Minuten entfernt.

Dieser Stadtteil fuehlt sich zeitweise gar nicht so an, als sei er Bestandteil der Millionenstadt Salvador, eher wie Potsdam neben Berlin… . Jeder kennt jeden, alles ist zu Fuss zu erreichen, man fuehlt sich hier ziemlich schnell wohl , sogar fast heimisch.


Damit ihr eine Vorstellung bekommt, wie wir hier leben, und weil auch schon viele gefragt haben, stellen wir euch einen kleines Expose des von uns gemieteten Hauses zusammen.

Aussenansicht, ihr seht, wir leben auch recht gut gesichert

Der Eingangsbereich


Kuechenbereich und Bad Nr.1


2. Etage

Bad Nr.2

Unser Schlafraum in der 2. Etage...


...auch mit Meerblick

Und zu guter Letzt, der Balkon

In Kuerze gibt es mehr ueber Land und Leute. Und da dieser Blog kein einseitiges Mittel sein soll, wir freuen uns jederzeit ueber Fragen und Anregungen eurerseits!!!

Dienstag, 2. September 2008

noch mehr Rio

Nach einigen Versuchen haben wir es nun heute, an unserem letzen Tag in Rio, endlich noch auf den Corcovado geschafft. Ohne die Christusstatur aus naehster Naehe gesehen zu haben, kann man doch nicht Rio verlassen... . Ja und die ist wirklich riesig, 38 m hoch und hat eine Armspanne von 28 m. Die muss man erst mal auf ein Bild kriegen, aber hier sind die Resultate:

von hinten


von vorn


Holger ist ja fast genauso gross...
...das liegt am guten Essen und an der Sonne.

Und hier der Blick vom Corcovado auf Rio:

Und da sind sie wieder, Zuckerhut und Copa


Noch mehr Rio