Mittwoch, 27. August 2008

Rio de Janeiro

Nach entspannenden 2 Stunden im Flieger sind wir vergangenen Freitag gut in Rio gelandet.
Eindeutig die angenehmere Art lange Strecken in Brasilien zurueck zu legen.
Den ersten Tag haben wir komplett bei einem Capoeira-Workshop der Gruppe Cordao de Ouro verbracht, ab dann war Sightseeing angesagt. Hier ein paar Eindruecke davon:

Die Fuesse im Sand der Copacabana


Die Copacabana

Sonntags wird die Strasse neben der Copacabana fuer die Autofahrer gesperrt, so dass man in Ruhe neben der Strandpromenade entlangspazieren kann. Man hat dann auch das Gefuehl, dass sich ganz Rio dort auffaellt, um spazieren zu gehen, zu joggen, zu skaten oder mit dem Hundchen spazieren zu gehen, welchen dafuer besonders huebsch gemacht wird... .

suesssss (und das war kein Einzelfall)

Gleich neben der Copa befindet sich der Strand von Ipanema, der unter Insidern sogar der coolere Strand von beiden sein soll. Ein Grund dafuer sind vielleicht die Surfer, die man dort auf den Wellen reitend beobachten kann.

Ipanema

Um das volle Ausmass der Metropole geniessen zu koennen, muss man mit der Gondel, die schon James Bond persoenlich (in dem Film Moonraker) befoerdert hat, die Passage ueber die Berge auf den Pão de Açucar (Zuckerhut) antreten. Von dort eroeffnet sich ein atemberaubender Blick ueber Rio, die Bucht Guanabara und Niteroi. Wir haben ueber drei Stunden dort oben verbracht, um so viel wie moeglich von diesem unglaublichen Ausblick aufzunehmen (vom Glitzern des Wassers bis zu den naechtlichen Lichtern Rios).

James Bond laesst gruessen!


Blick Richtung Corcovado mit Christus-Statur


Sunset

Wie die Bilder bereits zeigen, ist die Hinterlandschaft von Rio sehr bergig. Einen Tag haben wir uns daher in den Urwald von Tijuca aufgemacht, um ein wenig zu wandern und mal einen staedtischen Urwald kennenzulernen. Voll ausgeruestet wie wir immer sind (mit Flipflops und die Frauen im Rock), ging es die teilweise steile Strecke hinauf. Die Arbeit hat sich aber vollends gelohnt, denn wir konnten auf dem Weg Affen beobachten und auf dem Gipfel angekommen wieder einen weitschweifenden Blick ueber Rio geniessen.

Park von Tijuca


Ausblick auf Rio

Ein paar Tage haben wir noch hier in Rio, dann geht es zurueck nach Salvador, wo wir vorraussichtlich etwas laenger bleiben werden, leider ohne Sebastian und Katja, die sich heute wieder auf den Weg nach Deutschland machen mussten.

Salvador da Bahia

Wenn auch mit etwas zeitlicher Verzoegerung, hier nun ein paar mehr Worte zu Salvador.
Fangen wir ganz von vorn an. Nach 23-stuendiger Busfahrt, wovon die ersten vier Stunden absolut grauenvoll waren und wir die Spucktueten griffbereit in den Haenden halten mussten, sind wir dann doch realativ gut im Salvador Busbahnhof angekommen. Wir haben uns dann nach Pelourinho fahren lassen, der schoenen Altstadt von Salvador und ein guenstiges Zimmer zu viert bekommen. Die Betten haben nach der ersten Nacht zwar nicht mehr einen sehr vertrauenswuerdigen Eindruck gemacht, ein Lattenrost aus vier Hauptlatten der bei jeder naechtlichen Bewegung verdaechtig knackt und dann noch der obere Teil des Doppelstockbetts war .... Auch die kleinen Bisse an Katjas Koerper vermittelten den Eindruck, dass wir wohl doch nicht nur zu viert in diesem Zimmer waren..., aber es war nur fuer ein paar Tage, denn wir wollten auch noch an einen Strand in der Umgebung fahren.
Zunaechst zu Pelourinho: Der Charme, den die bunten Kolonialbauten verstroemen, wird leider stark durch die Touristenmassen ueberlagert, die wiederrum jede Menge Bettler anziehen, so dass man selten in Ruhe durch die Gassen schlendern kann. Wir wollen uns da nicht ausnehmen, wir sind ja auch nur Touristen, aber ein wenig schade ist es doch.
Wenn wir auch schon vorher wussten, dass Salvador dir Ursprungstadt der Capoeira ist, waren wir doch sehr beeindruckt, wieviele Capoeira-Schulen es dort an fast jeder Ecke gab und dass uns von ueberall die bekannten Klaenge der Capoeira-Musik entgegentoenten.

Wie ein Schlange den Floetenklaengen folgt, folgten wir den Toenen und fanden uns promt in den Trainingsraeumen der Academy von Mestre Bamba wieder.

Mestre Bamba

Das Wochenende sind wir nach Arembepe gefahren, einem kleinen Fischerort 2 Stunden mit dem Bus von Salvador. Dort findet man den Strand noch fast menschenleer und auch kaum Touristen, dafuer fuhren im Minutentakt Kleinwagen mit auf dem Dach montierten Boxen ueber die Hauptstrasse und fuehrten Belastungstests von Trommelfell und "Nerven" durch. Es handelt sich dabei um die hier populaere Variante von Wahlwerbung, denn es sind im Oktober Wahlen.
Ein paar 100 m am Strand entlang gelangt man zur Schildkroetenaufzuchtstation `TAMAR` , wo man die riesigen Meeresschildkroeten und ihre Kleinen ganz nah sehen konnte. Das war sehr beeindruckend!

Der Strand von Arembepe

Hey Dude!

Zurueck in Salvador haben wir gegenueber vom Jorge Amado Haus gewohnt, fleissig trainiert und uns eine Unterkunft fuer die naechsten Monate gesucht. Diese haben wir in Mestre Saguins Haus nahe der Igreja de N.S. do Bonfim gefunden (Wir werden berichten).

Unser Blick aufs Jorge Armado Haus (blau)

Largo do Pelourinho

Dienstag, 12. August 2008

Ein paar Eindrücke von Belo Horizonte

Der letzte Tag des Workshops endete mit einer großen Roda. Wir haben uns dann auf in den Park von BH gemacht, der, weil Sonntag war, auch recht gefüllt war. Der Park, den man nicht als groß bezeichnen kann (vielleicht sind wir auch von den Potsdamer Parks verwöhnt), enthält drei künstlich angelegte Seen auf recht engem Raum. Auf einem davon darf man romantisch mit dem Boot rumschippern, welches auch zu beobachteten Kollisionen auf dem Wasser führen kann... .

Kanuscooter

Zum Abschluss noch ein paar Bilder von BH, für welche wir sehr steile Fussmärsche in Kauf genommen haben.

Blick nach Süden

Blick nach Norden

Praca de Papa

Jetzt geht es wieder nach Salvador.

Capoeira-Workshop mit Capoeira Gerais

Für alle Capoeiristas unter euch, ihr werdet zustimmen, ein 1-wöchiger Workshop in Brasilien ist schon eine große Aktion. Über 200 Capo-Leute aus der ganzen Welt sind dazu angereist, die meisten natürlich Anhänger der Gruppe Capoeira Gerais, aber es gab auch genügend Leute aus anderen Gruppen, wie uns. Im Laufe der Woche kamen immer mehr Mestres dazu, so dass wir schätzungsweise bei 15 verschiedenen Mestres trainieren durften, darunter sehr hohe Tiere, wie Schüler von Mestre Bimba. Es ging jeden Morgen um 9:30 los und endete häufig erst ca. 22:00 bis 24:00, natürlich mit ausreichend Pausen.

Neben den Trainingseinheiten gab es einen Bastelnachmittag, wo wir Caxixis selber basteln durften (kleine Rassel), Trommelunterricht, Capoeira-Wettkämpfe, die wir auch das erste Mal erlebt haben sowie natürlich die Cordel- bzw. Gürtelprüfung für viele.

Leider dürfen wir keine Bilder des Workshops ins Netz stellen, da es noch ein Video geben wird und die Organisatoren sich die Rechte vorbehalten.

Dennoch konnten wir ein wenig Bildmaterial für euch zusammen stellen.

Caxixi basteln

wir vier beim Workshop

Aufgrund der Tatsache, dass viel gefilmt wurde (es waren auch Reporter vom lokalen Fernsehen da), mussten wir jeden Tag weiße Kleidung tragen. Da wir auch viel draußen trainiert haben, waren die blütenweißen Hosen schnell nicht mehr annähernd weiß. Dieses hatte nächtliche Waschaktionen zur Folge, denn die Waschmaschine funktionierte nicht.

Wäsche waschen

Allein in einem unbekannten Land...

...kommen meist die ersten Probleme bei der Einreise auf und es gilt, bürokratische Hürden zu nehmen.
Nicht, dass wir nörgeln wollen, aber drei Beamte für 40 Brasilianer und ein Beamter für die restlichen 230 Passagiere bei der Passkontrolle auf dem Flughafen in Salvador ist uns zuvor auch noch nicht passiert. Da kann es dann schon mal noch zwei Stunden dauern, bis man endlich den Flughafen verlassen kann. Zu sehen war dann erst mal noch nicht so viel bei der Taxifahrt zum Hostel, denn die Sonne geht hier momentan gegen 18:00 unter.

Unser Hostel befand sich gleich am Meer, mit drei Strandbars auch gleich vor dem Fenster, die lautstark Musik spielten.... nein, natürlich nicht die gleiche.
Adaptiert an die Lautstärke, sind wir dennoch bald eingeschlafen und wurden am nächsten Morgen mit diesem Ausblick belohnt!




Ausblick vom Hostel

Ein leckeres Frühstück und auf ging es nach Belo Horizonte (BH abgekürzt) zu Sebastian und Katja, beides Freunde aus Potsdam, um an einem 1-wöchigen Capoeira-Workshop teilzunehmen.



Sebastian und Katja

Um uns vor dem Capo-Event nochmal ein wenig auszuruhen, sind wir zusammen in die Serra Morena, eine Steppen-artige, bergige Landschaft, gefahren und wurden das 1. Mal mit brasilianischen Orts- und Zeitangaben konfrontiert. Da wir nach dem größten Teil der Fahrtzeit in einen weiteren Bus wechseln mussten, nutzen wir die Zeit, uns ein Abendessen zu bestellen, denn wir hatten ja ca. eine Stunde Zeit. Der Bus kam dann aber 30 Minuten zeitiger und das Essen war noch nicht serviert. Macht nichts, wir nehmen den nächsten...ach so, das war der letzte... na gut, dann bleiben wir heut Nacht wohl hier. Das war auch kein Problem, denn wir fanden nach drei Versuchen eine sehr schöne preiswerte Unterkunft.
Am nächsten Morgen haben wir rechtzeitig auf den Bus gewartet, der uns dann man könnte sagen, mitten auf der Straße aussetze, mit der Ansage, wir müssten nur noch ca. zwei Kilometer laufen.



Start im Nix


die Wandergruppe

Distanzen abschätzen ist ja so eine Sache, aber wir glauben, dass das mehr als zwei Kilometer waren, denn wir waren ca. vier Stunden bis zum Ziel unterwegs.



Und wir laufen...
... und laufen



... und haben noch genug Weg vor uns

Gelohnt hat sich der Marsch auf alle Fälle, denn das klare, kalte Wasser der Wasserfälle war traumhaft.


Wasserfällchen



auf den Steinen sonnen





mutiger Springer

Dort konnten wir dann bis zum nächsten Tag total relaxen und dann ging es zurück nach BH, dies mal aber Gott sei Dank mit Auto bis zum Bus.

Guten Flug

Nach unserer zugegeben Nerven raubenden Abreise am Dienstag Nachmittag (geplant war Dienstag Mittag) aus Berlin, sind wir am Abend in Frankfurt angekommen, wo wir dank Annika eine Bleibe für die Nacht vor dem Flug hatten. Der vorerst letzte gemeinsame Abend wurde bei gutem italienischen Essen gefeiert und dann überließ Annika uns ihre Wohnung für die Nacht, damit wir in Ruhe schlafen konnten. Vielen Dank nochmal dafür!

Wegen des benannten reichhaltigen Essens haben wir, in dem guten Glauben auf dem Flug ja genug zu futtern zu bekommen, unser Frühstück ausfallen lassen, der Flieger sollte ja auch schon um 10:20 Uhr starten. Da waren wir wohl etwas naiv, denn der Streik der Lufthansa wurde in unseren Mägen ausgetragen. Anstatt der veranschlagten 3 Mahlzeiten mit heißen Getränken, gab es lecker gefrorenen Salat und Nudeln mit Hühnchen zum lutschen.

Essen mit Eiskristallen


Für diejenigen, die mit Details nicht so vertraut sind und sich nun wundern, dass wir mit Luthansa nach Bralle wollen, hier kurz ein kleiner Nachtrag. Wir sind mit Condor geflogen, eine Tochtergesellschaft der Lufthansa. Wahrscheinlich können wir uns glücklich schätzen, dass der Flieger überhaupt ging, denn es sind ja genug Flüge der Lufthansa an diesen Tagen ausgefallen.

So, wo waren wir stehen geblieben, ach ja nix warmes Essen, nix Kaffee, nix Tee, nix Saft und auch nix Tomatensaft!!! Gut, die 11 Stunden überlebst du auch ohne Futter, schaust du dir halt die Filme an und dann vergeht die Zeit quasi wie im Flug. Mal fix nach den Kopfhörern gefragt. Wie, keine da? Ahh, der Streik, ach so keine Lieferung bekommen. Ein Glück haben wir ein paar eigene dabei, da kann Cindy Filme schauen und Holger kann Final Fantasy auf meiner PSP zocken. Stecker rein in die dafür vorgesehene Anlage an der Sitzlehne und...

...

deutsche Tonspur, Kanal 5 mit der Chillout-Musike und Rauschen. Ähnliches auf den anderen Kanälen mit den anderen Sprachen. Schnell mal die nette Dame von der Crew gefragt, was da los ist, wird sich ja bald klären und dann endlich „Die Nanny“ gucken. Erwähnte ich den Streik beim Bodenpersonal der Lufthansa??? Tonanlage defekt, ab Reihe 27, keinen Techniker bekommen. Und wo sitzen wir.... Reihe 27.!

Für die folgenden 11 Stunden bleibt, lesen, schlafen und der Gedanke, dass die Techniker von der Wartung des Fliegers hoffentlich nicht im Streik involviert waren... .