Freitag, 30. Januar 2009

Iguaçu und Iguazú

Die Wasserfaelle waren zugleich Ende eines Abschnitts und Beginn eines neuen in unserer Reise und waren dafuer perfekt geeignet. Waehrend Foz do Iguaçu die letzte Stadt in Brasilien fuer uns war, sollte Puerto Igazú der erste Ort in Argentinien sein.

Es ist nicht moeglich, alle Wasserfaelle in einem Bild festzuhalten und die Auswahl viel uns verdammt schwer, aber es geht ja nur um den Eindruck, der 5-stuendige Diavortrag folgt dann, wenn wir wieder daheim sind.

In Brasilien erhaelt man einen guten Eindruck, wie viele Wasserfaelle der Nationalpark birgt und wie riesig diese sind. Man kann aus geraumer Entfernung und auf der anderen Seite des Flusses parallel zu ihnen entlangspazieren und verschiedene Aussichtspunkte zum Fotos schiessen nutzen.

Panorama der ersten Wasserfaelle

Langsam naehert man sich so dem groessten und beindruckensten der Wasserfaelle, der "Teufelsschlucht". An diese gelangt man uber eine Bruecke so nah, dass man fast frontal davor steht und einen erfrischenden Spruehregen verspuehrt, was bei der herrschende Hitze sehr angenehm war.

Blick auf die Teufelsschlucht

Einen schoenen Nachmittag kann man in Brasilien den Wasserfaellen widmen, mehr Zeit benoetigt man aber nicht.

Fuer die argentinische Seite mussten wir uns schon einen ganzen Tag Zeit nehmen, denn da gibt es mehr Wege individuell zu erkunden, einige davon sind sogar ueber den Faellen gebaut.

Und was ich bei dem letzten Blogeintrag mit hautnah meinte, ist woertlich zu nehmen, denn man kann eine Schlauchboottour direkt an 2 der Wasserfaelle machen. Leider sieht man dann nicht mehr viel, denn es regnet doch sehr stark auf einen ein, aber toll ist es trotzdem.

....von oben sieht das dann ungefaehr so aus

Waehrend man dann so den Menschen hinterherlaeuft, denn es war Ferienzeit, sieht man in den Baeumen oder am Wegrand auch mal das eine oder andere Tierchen, wie z.B. den Nasenbaeren, wovon es im Park ne Menge gibt.

ein Nasenbaer auf Futtersuche, denn die sind immer hungrig

Wie schon auf der brasilianischen Seite kommt das Highlight zum Schluss, die Teufelsschlucht. Um so nah wie moeglich an sie zu gelangen, wurde eine 800m lange Bruecke ueber den Fluss gebaut, an deren Ende es einem wahrhaftig den Atem verschlaegt.

Die Teufelsschlucht von Argentinien aus

Adeus Brasil

Unsere zwei letzten Tage in Brasilien verbrachten wir in Foz do Iguaçu, der Ort, von dem aus man die brasiliansische Seite der Iguaçu-Wasserfaelle besuchen kann, denn dieses Weltkulturerbe der UNESCO teilen sich Brasilien und Argentinien. Waehrend Brasilien den Panoramablick liefert, ist die argentiniesche Seite dafuer beliebt, dass man wirklich hautnah mit den Wasserfaellen in Beruehrung kommt. Dazu aber spaeter, denn zunaechst heisst es fuer uns Abschied von Brasilien zu nehmen, 6 unglaubliche, erlebnisreiche Monate sind vorueber und wir wollen kurz Bilanz ziehen:
In der gesamten Zeit haben wir drei der groessten Staedte Brasiliens besucht, sowie mehrere Oertchen in deren Umkreis. Dazu haben wir zusammengerechnet sieben Tage im Bus gesessen und trotzdem wahrscheinlich nicht einmal 1% des Landes erkundet, denn Brasilien ist einfach mal hammerriesig. Wir sind tatsaechlich Fans von Bohnen und Reis geworden und besonders mein Fleischkonsum hat hier zugenommen. Viel mehr aber werden wir unser fast taegliches Açai (Fruchtsorbet mit Banane und Muesli kombiniert) vermissen, das Wasser der Kokosnuss bzw. die vielen Suessigkeiten aus Kokosfleisch und die tollen Fruechte und Fruchtsaefte.

Açai mit Cupuaçucreme- sehr empfehlenswert

Ein halbes Jahr lang Meer und Strand werden bald ein Defizit hervorrufen, sowie die von ueberall ertoenende Samba-, Forro und Axé-Musik. Eines werden wir wohl am ehesten wieder erleben und das ist die Capoeira, denn wir haben ja eine tolle Gruppe in Potsdam.

Die Sonne, die Froehlichkeit und Gelassenheit der Einwohner werden uns hoffentlich noch ein wenig begleiten, denn nun geht es nach Argentinien, wovon wir bisher auch nur Gutes gehoert haben.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Paratiii

Nix da "Ihla Grande", die ist leider ins Wasser gefallen, denn als wir am Morgen in Rio los sind, hat es in Stroemen geregnet und besserte sich auch nicht bis zum Hafen vor der Insel. Daraufhin sind wir kurzerhand im Bus sitzen geblieben und erst 2 Stunden in dem Oertchen Parati ausgestiegen, wovon wir uns zwar kein besseres Wetter erhofften, aber ein wenig mehr zu Unternehmen, als "nur" paradieshafte Straende bei grauem Wetter. Dem war dann auch so, denn Parati hat ein huebsches historisches Zentrum, eine traumfafte Berglandschaft und zahlreiche Cachaça- Distillerien, dessen Kostproben bei dem kuehlen Wetter (sind ja nichts mehr unter 28 Grad gewoehnt) ordentlich aufwaermten.

Die historische Altstadt

Bei schoenerem Wetter kann man hier stundenlang um die kleinen Inseln schippern oder Ausfluege zu traumhaften Straenden unternehmen. Wir muessen also definitiv nochmal wiederkehren und die Gegend bei Sonne und vielleicht bei Nebensaison erkunden, denn es war schon sehr vollgepackt mit Touristen.

Ausblick auf die vielen Inseln vor Parati

In der Gegend wurde wohl auch der erste Cachaça hergestellt und diese kleinen Distillerien gibt es immer noch. Wir haben die "Ingenho d´Ouro" besucht und waren ueberrascht, wie klein sie dann doch war und wie alles noch mit Hand verarbeitet wurde, ein richtig kleiner Familienbetrieb. Es blieb dann doch die einzige Distillerie, die wir besuchten, denn nachdem man ja schon in den Cachaça-Laeden in Parati gut abgefuellt wird (Tageszeit egal), hatten wir dann auch genug davon, denn der haut gut rein.

Engenho D´Ouro

Ein paar Gehminuten von der Engenho befand sich ein Wasserfall, wo wir uns dann schon mal auf die Iguaçu-Faelle einstimmen konnten, zu welchen wir uns am naechsten Tag auf den Weg machten.

Dienstag, 20. Januar 2009

schon wieder in Rio

Schweren Herzens haben wir am Wochenende Bahia verlassen und sind nun wieder in Rio. Da wir uns ein wenig spaet um die Bustickets gekuemmert haben, gab es nur noch Plaetze in einem einfachen Reisebus ohne Klimaanlage und Fernseher, die zudem noch getrennt waren. Irgendwie haben wir die 20 Stunden dann doch rumgekriegt und Holger konnte sogar das 1. Mal die Nachfahrt ueber schlafen. Ich dafuer um so schlechter, denn ich war es gewohnt, meine Beine ueber Holger ausstrecken zu koennen.
Eigentlich sind wir nur nochmal nach Rio gekommen, um ein paar finale Einkaeufe zu erledigen und die einen oder anderen Sehenswuerdigkeiten, von denen uns mittlerweile berichtet wurde, zu besuchen, denn Ende Januar heisst es fuer uns, Abschied von Brasilien zu nehmen, 6 Monate unserer Reise sind dann bereits vorbei, unglaublicherweise.
Ein paar Kleinigkeiten haben sich in der Zeit, seit dem wir das letzte Mal hier waren, geaendert, uns zwar sind die Preise angestiegen (es ist Saison), es ist waermer (35° C) und da noch Schul-und Uniferien sind, ist es auch voller. Hier ein Bild vom Ipanema-Strand von heute.

Onde está Cindy? (Wo ist Cindy?)... ein Tipp, ich bin nur ein Mal im Bild vorhanden

Ehrlich gesagt, haben wir uns nicht die Muehe gemacht, dort ein Fleckchen Strand zu ergattern, sondern gleich weiter.

Gestern waren wir bei der "Escadaria Selaron", einer riesigen Treppe, die ein Chilene, aus Liebe zu Brasilien, mit Fliesen bzw. Teile derer besetzt hat.


Der Kuenstler arbeitet an dieses Treppen schon fast 20 Jahre und wird es wohl noch bis zu seinem Lebensende, denn es bricht immer wieder etwas heraus oder er bekommt neue Fliesen aus allen Teilen der Welt mitgebracht, die er einsetzen will. Es waren auch sehr viele aus Deutschland dabei, die er uns stolz gezeigt hat.

Ein Bild mit dem Kuenstler

Morgen fahren wir weiter Richtung Sueden, auf die Insel "Ilha Grande". Bis dahin.

Montag, 5. Januar 2009

FELIZ ANO NOVO

Wir wuenschen Euch und Euren Familien ein frohes und gesundes neues Jahr.

Wir wissen schon, dass wir unseren Vorsatz, unser Leben, dass im Moment recht entspannt ist, im naechsten Jahr nicht lange so weiterzufuehren ist (fuer mich steht die Bachelorarbeit und fuer Cindy Arbeitssuche an!). Wir hoffen, Ihr koennt Eure Vorsaetze, so ihr denn welche habt, in die Tat umsetzen.

Unser Neujahrsfest war sehr entspannt, sieht man mal von den "verrueckten" Cariocas (aus Rio de Janeiro stammende) , Paulistas (in São Paulo geborene) und anderen Oberschichtbrasilianern ab, die das beschauliche Arraial d'Ajuda binnen Tagen (26.12.-2.1) in ein Irrenhaus verwandelt haben.
Alle sind mit dem Auto angereist! Fragt man sich wozu sie es brauchen, ausser dem Personentransport natuerlich, wenn sie 7 Tage nur in Badehosen und mit Vodka und anderen Hochprozentigem in der Hand rumrennen?
Richtig, die 3 km zum schoensten der Straende hier (der erste Strand liegt nicht mal nen Kilometer vom Zentrum entfernt) MUESSEN mit dem Auto zurueckgelegt werden! Damit es nicht langweilig wird, wird die Anlage des Automobils (mit dem Kofferraum, respektive der Ladeflaeche des Pic-Ups voll Boxen) auf TAUB (kommt einiges nach der Maximumlautstaerke) gestellt und wie sollte es anders sein, sich in eine lange Warteschlange gestellt, die im deutschen als Stau bezeichnet wird! Und wenn man nicht im STAU stand, dann parkte man am Strassenrand, Ladeflaeche an Kofferraum und beschallte die nahestehenden Wohnhaeuser 24h rund um die Uhr! Dies bedeutete, sich schreienden Wortes im Haus zu unterhalten oder, wenn das nicht mehr ertraeglich war, reisaus zu nehmen, was nicht leicht war. Unserer Zufluchtsort war der Platz hinter der Kirche.
Nun gut, als Fussgaenger ist man ja flexibel, kann sich durch die mobilen Discos schlaengeln und rechtzeitig am Strand sein, um ins neue Jahr zu rutschen. So taten wir 5 es und liefen zum Praia dos Pescadores, an dem schon aus einiger Entfernung das Berimbau zu hoeren war. Dort angekommen, spielte der hier ansaessige Capoeira Mestre (Mestre Railson) mit einigen Schuelern Musik. Puenktlich 00:00 unserer Zeit liessen wir die Korken knallen und die Flasche Champagner (ist hier auch das Wort fuer Sekt) zum Feuerwerk ueber Porto Seguro, auf das wir einen schoenen Blick hatten, wandern.
Die Brasilianer tragen traditionell weiss zum Neujahrsfest, was ihnen fuer das neue Jahr Glueck bringen soll!

Eva, Cindy, Batshi, Holger und Guy

Bleibt nur noch zu sagen: "Herzlich Willkommen in 2009" und bis die Tage, ne!