Sonntag, 5. Oktober 2008

Itacaré

Neun Stunden Busfahrt von Salvador befindet sich das nette Oertchen Itacaré, wo wir vor kurzem sechs Tage verbracht haben. Mit von der Partie war Marco, ein Capoeirafreund aus Berlin, der gerade drei Wochen Urlaub in Brasilien machte. Marco, Surffan durch und durch, hatte uns den Ort vorgeschlagen und Holger war natuerlich sofort begeistert, endlich auch mal wieder richtig surfen zu koennen. Mich ueberzeugte die Vorstellung, mal wieder ein paar Tage am Strand abzuchillen.

Marco am Busbahnhof

Itacaré ist ein purer, aber attraktiver Touristenort und waechst gerade immer mehr und mehr an. Restaurants, Souvenir- und Surfshops reihen sich zusammen mit Pousadas (Art Hostel) Haeuschen an Haeuschen aneinander. Eigentlich gibt es nur eine Haupstrasse, wobei jetzt nicht die Vorstellung einer vielbefahreren Verkehrsstrasse aufkommen soll, sie gleicht eher einer Fussgaengerzone. Diese sind wir taeglich auch mehrfach abgelaufen und kannten bald jeden Shop mit seinen Artikeln auswendig.

Hauptstrasse von Itacaré


Im Umkreis von wenigen Kilometern befinden sich vielzaehligeStraende, alle umsaeumt von einem Palmenwald und aneinandergereiht, wie eine Perlenkette. Neun der Straende haben wir besucht, aber ein Blick auf die Karte zeigte, dass das noch nicht alle waren. Der Stadtstrand “Praia de Concha” war wahrscheinlich der am meisten besuchte, um so weiter man sich vom Ort entfernte, um so weniger Menschen traf man am Strand oder auf dem Weg dahin.

Praja de Concha

Ein sehr schoener Weg fuehrte zum “Prainha”-Strand, mitten durch den Urwald und ueber kleine Fluesschen.

Weg nach Prainha

Und da wir bisher noch gar kein Bild der hier vielgesehenen, relativ zutraulichen Macacinhos (Kleinaffen) reingestellt haben, hier ein Bild von ihnen beim Futter holen. Wenn ihr genau hinseht, erkennt ihr, dass eine der Aeffchen ein Junges auf dem Ruecken traegt. Ausgewachsen sind kaum groesser als eine Unterarmlaenge, ihr koennt euch also vorstellen, wie winzig die Kleinen sind.

Macacinho-Fuetterung

Als paradisisch werden die Straende “Itacarezinho, Havaizinho und Engenhoca” bezeichnet und das sind sie wahrhaftig. Nahezu menschenleer, nur der erstgenannte Strand ist bewirtschaftet. Wir sind nach und nach von einem zum naechsten Strand gelaufen und waren von der Natur und dem Ausblick ueberwaeltigt. Man kann nur hoffen, dass die Menschenhand hier nicht weiter eingreifen wird und dieses kleine Paradies erhalten bleibt.

Itacarezinho-Strand

Itacarezinho-Hinterland

Weg durch den Dschungel

Da “Engenhoca” auch ein sehr guter Surfspot ist, waren die Bretter den ganzen Weg lang mit dabei.

Surfboard on Board

Ansonsten sah der Tagesablauf im Allgemeinen so aus, dass die Jungs um 7:00 in der Frueh aufgestanden und aufs Wasser gegangen sind (Holger hatte sich dafuer ein Board ausgeliehen). Danach haben wir einen weiteren Strand zum Rumliegen und Entspannen ausgesucht und dann ging es am Nachmittag nochmal auf die Wellen. Abends sind wir dann durch die Shops gegangen und dann entweder gleich ins Bett gefallen oder noch mit ein paar neuen Bekanntschaften was trinken gegangen.

Bar Favela

Zwei Mal haben wir es auch zum Capoeira geschafft, was aber nicht an unserer Faulheit lag, sondern daran, dass an einem Tag ein Feiertag war, wo der Abendunterricht ausfiel. Den Tag darauf fiel die Abendstunde aus, weil alle noch ihren Rausch ausschliefen und am naechsten Abend hatte die Gruppe mit dem Namen “Filhos de Zumbi” einen Auftritt in einer Bar, was leider keinen Unterrricht fuer uns bedeutete. Unter den Umstaenden ist zwei Mal doch ein guter Schnitt. Das Training war die Ausdauer betreffend relativ anstrengend, aber mit einem guten Basistraining verknuepft. Die Academie, die bisher die groesste war, die wir hier in Brasilien gesehen haben, liess dies auch zu.

Capoeirastunde bei Filhos de Zumbi

Wir koennten hier das Kapitel Itacaré abschliessen, auch wenn es natuerlich weitaus mehr zu berichten gibt, eine kleine Anekdote wollen wir euch dennoch nicht vorenthalten. Entschuldigt bitte das nicht vorhandene Bildmaterial dazu.
Fuer den Rueckweg hatten wir eine andere Art der Reise ausgewaehlt, ein Minibus sollte uns nach Itaparica bringen und von dort fuhr eine Faehre zum Hafen von Salvador. Ist mal was anderes und ist obendrein noch kuerzer, dachten wir uns. Mitternacht ging es los in Itacaré, wir hatten jeder eine Sitzreihe fuer uns, wo wir uns langmachen konnten und trotz des Rumgeruckel sogar recht gut schliefen. Um 4:00 mussten wir schon raus, ein bisschen verwundert, weil die Faehre erst gegen 6:00 fahren sollte. Als wir dann so langsam wach wurden und Marco ein paar verwirrende Gespraeche mit der Reisebegleiterin fuehrte, wurde uns langsam bewusst, dass wir uns gerade auf dem Weg nach “Morro de Sao Paulo” befanden, einer huebschen Insel, wo wir bisher noch nicht waren, gern auch noch hin wollen, nur nicht gerade jetzt. Einige Telefonate der Reisebegleiterin und die abschliessende Frage ihrerseits “Ihr wollt wirklich nach Salvador?” ergaben dann, dass uns ein Auto zu einem weiteren Minibus brachte, welcher im Gegensatz zum ersten bereits rappelvoll war (der Kassierer musste am Ende stehen) und dieser Bus dann nochmal ueber eine Stunde nach Itaparica fuhr, wo wir tatsaechlich puenktlich um 6:00 am Morgen die Faehre nach Salvador nahmen. Ende gut alles gut, wenn auch anders als geplant.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey ihr Zwei,
Schön war´s mit euch, aber eine Sache stört mich doch ein bisschen an eurem Bericht... ich werde mit c geschrieben.

Euer marCo